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Dreibeinkarnickel kommt 2012!


(flo) Ich muss eine Lanze brechen! Für den deutschen Film! Nein, nicht für deutsche Filme generell - zu tief sitzt meine jahrelang angeeignete Abneigung gegen die Machwerke 'aufstrebender' deutscher Regisseure und 'hoffnungsvoller' Schauspieltalente aus dem eigenen Lande. Zu oft wurde ich schon enttäuscht von 'grandiosen Darstellern' wie Robert Stadlober oder Daniel Brühl, die sich schlussendlich nur als exzentrische Teenie-Idole eignen und in Schale gewandet auf den blassroten Teppichen deutscher Academy-Klone wandelten. Doch es gibt einen Silberstreifen am Zelluloid-Horizont!

Zu blass, farblos und gewollt Tränenflüssigkeit fördernd sind mir doch die meisten der Machwerke aus deutscher Produzenten- und Regisseurshand. Es sind ja nicht nur die Kinofilme, die mit Ausnahme einiger wirklich lustiger Machwerke allesamt 90 Minuten lang versuchen, anspruchsvoll zu sein, was aber meist am beschränkten Mimikrepertoire der Darsteller und den platten Dialogen deutscher Autoren scheitert. Nein, das negative Bild des deutschen Films wird ja auch durch 'aufwändige Produktionen' im Abendprogramm des so hochwertigen TV-Programmes geprägt: "Der Sturm - Die Todesfalle Lüneburger Heide", "Alarm in der Ubahn - die Feuerhölle unter der Siegessäule", "Tränen im Frühling - die Liebesgeschichte der betrogenen Ehefrau und alleinerziehenden Mutter Valentina S., die ihren Traumprinzen beim Lesen eines Rosamunde Pilcher Romanes findet" und die unzähligen anderen Perlen der Abendunterhaltung aus der Feder der Fernsehmacher taten bisher ihr übriges, mein Vertrauen in deutsche Produktionen irgendwo unterhalb der Haltbarkeit von Vollmilch und der Wahrscheinlichkeit eines Oscars für Oliver Pocher anzusiedeln.

Doch nach unfassbar vielen, penetranten "den musst du dir wirklich mal anschauen"-Rufen aus so ziemlich jeder Richtung meines Bekanntenkreises (harte gestandene Männer, sensible Exfreundinnen, aktuelle Gespielinnen, homosexuelle Freunde, Eltern, Großeltern, Nichten, Fußballer und ich glaube sogar Roeb hat etwas derartiges geraunzt) habe ich mich dazu durchgerungen, den erfolgreichsten Film in den deutschen Kinos des vergangenen Jahres anzuschauen - und ich bereue nichts!

Keinohrhasen ist _wirklich_ ein sehenswerter, guter Film! Derutschlands Brad Pitt hat sich hier eine tolle Rolle auf den Leib geschneidert, seine vier Kinder lassen ihn in der Rolle des Machos, der ein großes Herz für kleine Kinder hat brillieren. Außerdem hab ich glaub ich in einem deutschen Film (ok ich gebs zu, ich kenn nicht wirklich viele...) noch nie ein derart glaubwürdiges naiv-süßes Frauchen gesehen wie Nora Tschirner, die zu Recht für die Rolle mit dem Bambi belohnt wurde.

Klar, die Romanze ist keinesfalls anspruchsvolle Kost, die Dialoge nicht besonders tiefsinnig (erstaunlich wie Herr Schweiger ohne rot zu werden vor seinen Kindern 'Scheiße', 'Titten' und 'Arsch' ausruft), doch die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist so gut, dass ich freudig über alle kleinen Kritikpunkte hinwegsehen mag. 116 Minuten bester Unterhaltung, die wenn auch sehr vorhersehbar, eine herzerfrischende Hommage an die wahre Liebe ist. Toll, wenn zwei so unterschiedliche Menschen herausfinden, dass ihre Herzen füreinander schlagen und alles einfach wunderschön sein kann. Wenn ich mal eine Tochter habe, wird sie übreigens eine zweite Cheyenne-Blue (Emma Schweiger) - selten sowas goldiges gesehen... Werde ich alt? Zurück zum Thema:

Nach dem Genuss des Filmes in dem Schweiger nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch selber das Drehbuch schrieb und Regie führte, verzeih ich Til auch seine verkorkste 'Mission to Hollywood', denn mal im Ernst: Wir vertrauen ja Arnold Schwarzenegger auch nicht das Casting für 'Deutschland sucht den Bundespräsidenten' an, nur weil dieser jetzt den Gouvernator spielt?! Denn auch nach seinen Auftritten in 'Driven', 'Tomb Raider' oder 'Replacement Killers' ist Til Schweiger noch nicht wirklich Hollywood-Schauspieler. Ich drifte ab.

Daumen hoch für Barefoot Films und Keinohrhasen! Aber bitte versaus nicht mit den 'Zweiohrküken' Til! Die Messlatte liegt hoch und wir wissen ja, was man von Fortsetzungen so sagt...

Und weil ich so gute Laune hab, gibs zum Abschluss noch einen offiziellen Teaser von Zweiohrküken ;)




Kommentare:

Mystikmax hat gesagt…

Ja finde den Film auch ziemlich gut.

Der Beste Deutsche Film meiner Meinung ist allerdings " Das Experiment".

Die ganzen Made by Prosieben Produktionen sind einfach nur Billige Abklatsche von Hollywood.

Die Anzahl der guten Deutschen Filme ist wirklich ziemlich begrenzt.

LG

Max

Nadine hat gesagt…

Ich bin auch kein Fan deutscher Filme, aber "Keinohrhasen" ist wirklich ein schöner Film. Habe ihn auch weiter empfohlen :) und ich glaube, ja, sogar Robert mochte ihn ;)
Den Trailer für den neuen Film, habe ich gerade zum ersten mal gesehen und ich muss sagen, der macht Lust auf mehr!

kiki_klops hat gesagt…

Ich fand den Film insgesamt zwar auch wirklich gut, aber gerade Nora Tschirner und Til Schweiger laste ich genau das an, was du oben noch über den Großteil der deutschen Schauspieler sagst: beschränktes Mimikrepertoire. Ganz besonders in 'Keinohrhasen' finde ich, hat Tschirner nur original einen Gesichtsausdruck drauf - nämlich genervt, angepisst, aber tief im Inneren doch ganz lieb.

Erst die Sache mit dem Koala und jetzt das - wir kommen einfach nicht zusammen Flo ^^

FloO hat gesagt…

Sei doch froh Kiki! :D Sonst müsste ich dir Avancen machen und der Tim wäre traurig :/ Aber ich geb dir recht, es ist keine sehr variable schauspielerische Leistung, aber das was sie in dem Film spielen ist solide und echt süß :) Die Charaktere sind ja nunmal auch nicht vielschichtig oder tiefgründig ausgelegt.

Anonym hat gesagt…

Hüstel^^ und du bist Ganz sicher, das du nicht vom "Pinken Ufer" kommst..^^

Falls dir meine anderen posts auffallen weiste ja von wems kommt :O

Mfg Al.. ich :O

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